Solebohrung beim Unteren Bohrhaus im Jahr 1986
Im Frühjahr 1986 wurde im Primtal beim Unteren Bohrhaus eine neue Bohrung
durchgeführt, die das Steinsalz in 160 Metern Tiefe erreichte. Die gewonnene
Sole wird im Rottweiler Hallenbad (Aquasol) für das Solebecken verwendet.
Am 17. Mai 1986 wurde die Sole für das Aquasol erschlossen.
Der Solebadverein mit Karl Raible hatte das Ziel, die Rottweiler Sole
für Heilzwecke nutzbar zu machen. Für den damalige Direktor der Stadtwerke,
Siegfried Rettich, ging mit der Eröffnung des Aquasols am 28. November 1986
der Wunsch in Erfüllung, im renovierten Hallenbad auch einen
Gesundheitsbereich anzubieten.
Die Bohrung wurde von der Firma "Gewerkschaft Walter" aus Essen
ausgeführt, nachdem zuvor ein Betonfundament mit ausgespartem Bohrloch
errichtet wurde. Für die Bohrung wurde ein 35 Tonnen schweres Bohrgerät
eingesetzt.
Das Bohrgerät war ein selbstdrehender Rollenmeißel aus härtestem Stahl. Im
19. Jahrhundert verwendete man handgeschmiedete Bohrer und Meißel. Die Bohrer
entstanden in der 1826 eingerichteten Salinenschmiede am Seitenkanal des Neckars
unterhalb von Rottenmünster, wo einst die Klostermühle der Abtei stand. Im
Gebäude der Schmiede wurden die Bohrer auch gelagert.