Das Gebäude Neckartal 95 wurde in den Jahren 1911-1915 als Jagdpatronenfabrik erbaut.

Am 11. September 2000 fiel die Schreinerei Pompetzki im Gebäude Neckartal 95 den Flammen eines Brandes zum Opfer. Gegen 16:00 Uhr rückte die Freiwillige Feuerwehr mit 70 Mann und 14 Fahrzeugen an, um den Brand zu bekämpfen. Schreiner Martin Fellner und sein Chef, Jürgen Pompetzki hielten sich im Obergeschoss auf, als der Brand um sich griff. Als sie nach unten gingen konnten sie den Werkstattbereich schon nicht mehr betreten. Starker Rauch hatte bereits den Hausbesitzer aufmerksam gemacht, der die Feuerwehr alarmierte.

Etwa eine Stunde nach dem Ausbruch des Feuers hatten die Wehrmänner den Brand weitgehend im Griff. Die Löschwasserversorgung wurde vom Neckar her aufgebaut. Im Innern des Gebäudes herrschten Temperaturen bis zu 500 Grad Celsius, nach 20 Minuten an der Feuerfront mussten die Wehrmänner ausgewechselt werden. Die Löscharbeiten gingen bis zum Abend, die Kriminalpolizei beschlagnahmte die Brandstelle. Oberbürgermeister Dr. Arnold und Bürgermeister Wolfgang Nessler machten sich ein Bild des Geschehens unmittelbar vor Ort.

Der Inhaber der Schreinerei, Jürgen Pompetzki, musste mit schweren Verletzungen und unter Schock ins Krankenhaus gebracht werden, er war bei der Flucht vor dem Feuer eine Treppe hinabgestürzt. Er musste noch in der Nacht operiert werden. Wegen Unterversicherung droht ihm ein großer finanzieller Schaden. Die Ursache des Brandes ist immer noch vollkommen unklar, der Sachschaden wurde auf 200.000 DM geschätzt.

Als Rottweils Oberbürgermeister Dr. Arnold gegen 17:15 Uhr vom Brand im Neckartal zurück ins Rathaus fuhr, versuchte er an einem in der Schulgasse verkehrswidrig parkenden LKW der Firma Schlecker vorbeizukommen. Das Manöver misslang, der Erdgas-Audi des OB streifte den LKW, es entstand Sachschaden, den die Polizei auf mindestens 2.000 DM schätzt. Die Polizei verwarnte den OB und den Fahrer des LKW mündlich, beide hätten größere Vorsicht walten lassen können. Die Eile des Oberbürgermeisters sei entschuldigt, eine dringende Sitzung wartete auf ihn. 

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Das Gebäude Neckartal 95 am 23. September 2000

Ein Sachverständiger kam im Oktober 2000 zum Ergebnis, dass der Brand mit hoher Wahrscheinlichkeit vorsätzlich gelegt wurde. Von einem möglichen Täter fehlte jede Spur. Zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs war die Schreinerei nicht verschlossen, jeder konnte unbehindert ins Gebäude gelangen. Der Sachschaden am Gebäude und der Einrichtung wird jetzt auf 550.000 DM geschätzt. Eine technische Ursache des Feuers schloss der Sachverständige schon bei der ersten Besichtigung unmittelbar nach dem Brand aus, die elektrischen Leitungen wiesen keine Beschädigungen auf.

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Das Gebäude Neckartal 95 am 23. September 2000

 

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Brandspuren,

 

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Brandspuren

 

Quellenangaben:     Tageszeitung Schwarzwälder Bote vom 12.09.2000, 12.10.2000
      Kalender Neckartal 1997